Versuchung für Naschkatzen – Kinder und Süßigkeiten
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Für kleine Leckermäuler ist es eine verlockende Zeit: Kaum sind die an Rosenmontag gesammelten Bonbons und Lutscher verputzt, da steht bereits Ostern mit seinen Schokohasen und Zuckereiern vor der Tür. Und in den letzten Wochen des alten Jahres gab es ja auch noch die Weihnachtsnascherei… Bei diesem Überangebot müssen Eltern besonders starke Nerven haben, wenn sie trotzdem die gesunde Ernährung ihrer Sprösslinge durchsetzen wollen. Dabei ist es gar nicht so schwer, den richtigen Umgang mit Bonbon und Co zu finden – wenn man ein paar Dinge beachtet.
von Christian Brans-Schreckeneder
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Kinder lieben Süßigkeiten – die Lust auf süße Aromen scheint dem Menschen angeboren zu sein, denn auch unter Erwachsenen gibt es hemmungslose Naschkatzen. Daran ist auch grundsätzlich nichts falsches, problematisch wird es nur, wenn Bonbons, Schokoriegel und Co. im Übermaß genascht werden. Denn bei Kindern, die zuviel Süßigkeiten zu sich nehmen, kommen gesunde Lebensmittel wie Gemüse, Vollkornbrot oder Kartoffeln zu kurz: Die Folgen sind Übergewicht, Diabetes und schlechte Zähne durch Karies. Auf der anderen Seite gehören Süßigkeiten gerade an Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern einfach dazu, und es bedarf schon einer gewissen elterlichen Hartherzigkeit dem Sprössling Schokolade und Co. vorzuenthalten, während man selber ausgiebig sündigt. Letztendlich müssen Kinder den maßvollen Umgang mit Süßigkeiten und anderen „schlechten“ Genussmitteln selber erlernen. Strikte Verbote bringen hier nichts, denn was verboten ist, ist doppelt spannend: Spätestens in Kindergarten oder Schule kommen die Kleinen ohnehin mit Naschwerk in Kontakt und wer bis dahin nicht gelernt hat, was geht und was nicht, wird ungehemmt zuschlagen, wenn Bonbons, Lakritze und Co. auf dem Tisch stehen.
Das richtige Maß
Wie viel Süßes darf ein Kind naschen? Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort: Ein Kind, das sich täglich auf dem Bolzplatz herumtreibt, zu Hause gesundes Essen vorgesetzt bekommt und auch sonst körperlich fit ist, kann eine Schoko-Chips-Orgie leichter wegstecken, als ein kleines Pummelchen. Als Faustregel empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, dass Kinder pro Tag maximal 150 bis 200 Kalorien in Form von Zucker zu sich nehmen: Das entspricht etwa einer Handvoll Gummibärchen oder Schokolade, ein bis zwei Gläsern Cola oder einer Milchschnitte. Aber Vorsicht: Zucker ist auch in vermeintlich gesunden Lebensmitteln vorhanden! So enthalten viele Fruchtsäfte oder Fruchtmischgetränke hohe Mengen an Fruchtzucker, der genauso auf die Rippen geht, wie Schokolade. Gleiches gilt für Fruchtyoghurte oder Müsliriegel. Auch Tomatenketschup, der universelle Seligmacher aller Kindergerichte, besteht bis zu einem Viertel aus Zucker. Zum Durst löschen empfehlen Ernährungsexperten daher grundsätzlich Wasser. Limo, Saftschorlen und ähnliches sollten Ausnahmen bleiben.
Keine falschen Vorbilder und Anreize!
Kinder lernen vor allem durch Nachahmen, Abschauen und imitieren. Wenn Mama und Papa mit üppig sortierter Pralinenschachtel im Wohnzimmer sitzen und regelmäßig in Limo, Kuchen oder Torten schwelgen, ist es kein Wunder, dass auch der Nachwuchs entsprechende Vorlieben entwickelt. Wer seinen Kindern verantwortungsvollen Umgang mit Süßigkeiten nahe bringen will, muss bei sich selber beginnen.
Kinder werden Süßes über kurz oder lang schnell entdecken, aber bis es soweit ist, sollten Eltern versuchen den Nachwuchs nicht von selbst an süße Aromen heranzuführen. Schokolade für Babys oder Zucker im Brei ist ebenso zu vermeiden, wie gesüßter Tee.
Der einfachste Weg, eine Auseinandersetzung um Süßigkeiten zu vermeiden, ist es einfach keine im Haus zu haben. Was nicht da ist, kann nicht gegessen werden. Viele Eltern haben allerdings einen „Notvorrat“ an Schokolade oder Bonbons in der Schublade – und es dauert nicht lange, bis kleine Naschkatzen das herausfinden und die Bettelei und Quengelei beginnt.
Süßigkeiten sollten zudem niemals als Belohnung für ein bestimmtes Verhalten oder als Trost angeboten werden und umgekehrt auch nicht als Strafe entzogen werden. Auf diese Weise bekommt die Nascherei im Leben der Kinder einen Stellenwert, der ihr nicht zukommt.
Gesunde Alternativen?
Viele Kinder naschen nicht, weil sie Hunger haben, sondern weil ihnen langweilig ist. Auf den Ruf nach Schokolade oder Gummibärchen kann man daher zunächst auch mal mit einem Vorschlag für ein gemeinsames Spiel oder mit einem interessanten Buch reagieren. Wird den Kleinen die Wartezeit zwischen den Mahlzeiten aber doch zu lang, spricht nichts gegen einen kleinen Snack. Statt der Milchschnitte sollte man dann aber Obst, Nüsse oder rohes Gemüse mit einem leckeren Dip reichen. Aus exotischen Früchten wie der Papaya oder der Mango lassen sich zudem leckere und frische Dessert-Alternativen zum Schokopudding zaubern. Und wer einen Kuchen bäckt, kann sich auch ruhig trauen die angegebenen Zuckermengen einfach mal zu reduzieren.
Auch mal beide Augen zudrücken!
Seien wir ehrlich: Fast jeder von uns hat das ein oder andere Laster. Sei es die Zigarette, das Feierabendbier oder eben die Praline zum Kaffee. Diese „Schwächen“ gehören zum Leben und sie machen uns menschlich. Darum sollten wir sie auch unseren Kindern zugestehen. Es spricht nichts dagegen, ein oder zweimal im Monat den Kindern das Zepter über den Speiseplan zu übergeben: Statt Gemüseauflauf und Vollkornbrot stehen dann eben Pizza, Pommes und Schokoküsse bis zum Abwinken auf der Speisekarte. Wer allzu puritanisch mit dem Thema Süßigkeiten umgeht riskiert es nämlich eher, dass sich der Nachwuchs in unbeobachteten Augenblicken so richtig den Bauch voll schlägt – und auch später nie lernt, wann man sündigen darf und wann nicht.
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