Babysitter – dringend gesucht!
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Viele Eltern kennen das Problem – eine spontane Einladung von Freunden, der regelmäßige Kegelabend, das geplante lange Wochenende: Wo lässt man den Nachwuchs?
Am besten engagiert man einen Babysitter, nur: Wie findet man den oder die Richtige für den Job? Denn einem fremden Menschen die Obhut für das eigene Kind anzuvertrauen, davor schrecken viele Eltern zurück: Das Angebot reicht von der Schülerin aus der Nachbarschaft, die sich ein paar Euro dazu verdienen will bis hin zur professionellen Nanny mit Diplom.
Grundsätzlich gilt daher: Wer mit dem Gedanken spielt, einen Babysitter zu engagieren, sollte sich bereits frühzeitig mit dem Thema und den Angeboten auseinandersetzen.
von Christian Brans-Schreckeneder
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Zwar spricht nichts dagegen, wenn auch mal der zwölfjährige Nachbarsjunge für ein oder zwei Stunden auf ein schlafendes Kind aufpasst, in der Regel sollten Babysitter, vor allem dann, wenn sie regelmäßig eingesetzt werden, jedoch mindestens 16 Jahre alt sein. Kinder unter drei Jahren sollte man sogar nur Volljährigen für einen längeren Zeitraum anvertrauen. Babysitter kann man übrigens lernen: Organisationen wie der Kinderschutzbund oder das DRK bieten entsprechende Ausbildungen und Qualifizierungen an. Hier sollte man sich allerdings genau informieren, was in den Kursen vermittelt wurde. Wichtiger sind Vorerfahrungen im Umgang mit kleinen Kindern (etwa durch kleine Geschwister) und ein kinderfreundliches, aufgeschlossenes Wesen.
Besonders, wenn es ältere Kinder zu hüten gilt, wird gerne auf die Dienste von Pädagogik-Studentinnen, angehenden Kindergärtnerinnen oder Lehramts-Anwärtern zurückgegriffen. Letztendlich sollte man sich aber auf sein Bauchgefühl verlassen: Nicht selten wird die resolute ältere Dame aus der Nachbarschaft besser mit dem Job fertig, als die studierte Pädagogin.
Macht der oder die Bewerberin nach dem ersten Gespräch einen guten Eindruck, sollte man zeitnah einen zweiten Termin vereinbaren, denn am Ende hängt die Frage, wer als Babysitter in Frage kommt sowieso vor allem von einer Person ab: Dem zu betreuenden Kind. Ein Säugling hat andere Ansprüche und Bedürfnisse als ein aktiver 5-jähriger, der nicht nur gehütet, sondern auch bespaßt werden will. Die Chemie zwischen Kind und Babysitter muss daher stimmen, vor allem, wenn das Babysitting zur regelmäßigen Einrichtung werden soll.
Es ist daher sinnvoll, dass vor dem ersten echten Einsatz, Kind und Babysitter schon mal ein paar Stunden miteinander verbringen und sich beschnuppern können. Am besten überlässt man den angehenden Babysitter und seinen Schützling einige Zeit sich selbst zieht sich in die Rolle des stillen Beobachters zurück. So bekommt man am ehesten einen Eindruck davon, wie die beiden miteinander umgehen. Für die erste Kontaktaufnahme bieten sich auch neutrale Orte, etwa bei einem gemeinsamen Spielplatzbesuch an. Üblicherweise werden bereits solche Kennenlern-Treffen honoriert. Liebe auf den ersten Blick wird es bei diesen Treffen zwar nicht immer direkt geben, aber Sympathie zwischen allen Beteiligten sollte schon vorhanden sein.
Wird der Babysitter regelmäßig und vielleicht auch tagsüber in Anspruch genommen werden, sollte man bereits im Vorfeld aushandeln, wie viel erzieherische Autorität dem Babysitter zusteht: Was darf ein Kind, was darf es nicht, Süßigkeiten ja oder nein, wie viel Fernsehen? Hier sollte man den Babysitter genau in die eigenen Vorstellungen einweihen, denn der Nachwuchs wird in jedem Fall versuchen, wie weit man denn bei der „neuen Tante“ so gehen kann. Sind die Reviere aber erst mal abgesteckt entwickelt sich nicht selten eine enge Beziehung zwischen Babysitter und Schützling und das Kind gewinnt eine weitere Bezugs- und Vertrauensperson. Da Babysitter in der Regel aber keine Daueranstellung anstreben ist der Trennungsschmerz vorprogrammiert, wenn Studium oder Ausbildung der neuen „großen Schwester“ plötzlich vorbei sind. Zwar gehören solche Abschiede auch zum Groß werden, bei der Auswahl eines Babysitters sollte man aber möglichst doch darauf achten, dass die Person ein längerfristiges Interesse an dem Job hat und auch die nötige zeitliche Flexibilität und Zuverlässigkeit mitbringt. Wer seinem Kind ständig wechselnde Babysitter präsentiert, tut sich damit in der Regel keinen Gefallen.
Neben den klassischen Inseraten in der Zeitung oder Aushängen in Supermärkten finden sich Babysitter und ihre Kunden natürlich auch über das Internet auf Seiten wie beispielsweise www.hallo-babysitter.de.
Bei der Frage nach der Bezahlung des Babysitters sollte man sich folgenden Satz vor Augen führen: „Wer mit Erdnüssen zahlt, muss sich nicht wundern, wenn Affen für ihn arbeiten“ - für minderjährige Babysitter ohne besondere Qualifikation sind fünf bis sieben Euro die Stunde angebracht, Volljährige Babysitter mit Qualifikation sind in der Regel nicht unter 10 Euro die Stunde zu haben- und die Preise verstehen sich pro Kind, das beaufsichtigt werden muss!
Es empfiehlt sich daher, das Honorar bereits im Voraus auszuhandeln und auch genau festzulegen, was man genau dafür erwartet. Es macht einen Unterschied, ob der Babysitter einfach nur ein schlafendes Kind zu hüten hat, oder auch Dinge wie Waschen, Füttern, Wickeln oder Spielen dazu kommen. Bezahlt wird in der Regel bar, nach jedem Einsatz.
Idealerweise nimmt man sich bereits vor dem ersten Einsatz die Zeit, dem Babysitter in Ruhe alles zu erklären: Wo stehen die Pflegeprodukte und Windeln, wo findet sich Wechselwäsche, wo steht was zu trinken? Wenn man sein Kind nicht selber zu Bett bringt, ist es unbedingt erforderlich den Babysitter in die wichtigsten Gute-Nacht-Rituale einzuweihen oder sogar schon einige Male „trocken“ proben zu lassen.

Irgendwann steht das erste Mal dann wirklich vor der Tür: Zum ersten Termin sollte man den Babysitter etwas früher bestellen und noch mal in Ruhe alles durch gehen. Auf einem vorbereiteten Notfall-Zettel sollte neben den wichtigsten Tipps und Anweisungen auf jeden Fall die eigene Handy-Nummer, die Nummer des kinderärztlichen Notdienstes, Rettungsdienst und vielleicht einer weiteren Vertrauensperson, wie Großeltern oder Freunden stehen, an die sich der Babysitter im Notfall wenden kann. Übrigens sollte man auch das Wohlergehen des Babysitters nicht außer Acht lassen: Getränke, eine Kleinigkeit zu knabbern, die Möglichkeit zum Fernsehen und das Angebot den Babysitter nach dem „Dienst“ nach Hause zu bringen, sind nicht nur Gebote der Höflichkeit, sondern fördern auch die Loyalität gegenüber dem Schützling und seiner Familie.
Und dann heißt es Abschied nehmen: Hierfür sollte man sich gerade beim ersten Mal genug Zeit lassen und dem Kind in aller Ruhe erklären, dass man jetzt weggeht und dafür der oder die xyz auf es aufpasst. Fließen beim Nachwuchs dann trotzdem die Tränen, bitte nicht verzagen: Das eigene Kind für bestimmte Zeit in fremde Obhut zu geben ist für beide Seiten ein großer Schritt, der einige Überwindung kostet. Am Ende steht aber ein Stück mehr Selbständigkeit für das Kind und wiedergewonnene Lebensqualität der Eltern.
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