Gemeinsam durch dick und dünn – Kinderfreundschaften
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Freundschaften sind für Kinder extrem wichtig – sie sind die ersten sozialen Beziehungen außerhalb der Familie und bereichern das Leben eines Kindes ungemein. Manche Freundschaften, die im Kindesalter geschlossen werden, halten ein Leben lang. Andere dauern gerade mal einen Sommerurlaub oder eine Ferienfreizeit. Wichtig sind sie dennoch beide. Wie ein Kind Freundschaften schließt und wie man als Eltern diesen Prozess behutsam unterstützen kann, erfahrt ihr in diesem Artikel
von Christian Brans-Schreckeneder
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Wollen wir Freunde sein?
Die ersten richtigen Freundschaften schließen Kinder etwa im Kindergartenalter. Spätestens jetzt wird aus dem Spiel nebeneinander ein Miteinander. Kinder lernen in dieser Zeit Spielzeug gemeinsam zu benutzen und zu teilen, Kompromisse auszuhandeln und – besonders wichtig – sich zu streiten und wieder zu versöhnen. Der Nachwuchs macht damit einen der wichtigsten und größten Entwicklungsschritte: Das Kind lernt nämlich, dass es feste und verlässliche Bindungen auch außerhalb der Familie geben kann. Mitunter halten diese „Sandkastenfreundschaften“ ein Leben lang, denn hier wird, sofern die kleinen Gefährten nicht durch Umzug oder andere Umstände auseinandergerissen werden, eine Beziehung aufgebaut, die von großer Tiefe und Intensität sein kann.
Nicht einmischen, aber fördern
Eltern sollten sich aus den Beziehungen ihrer Kinder so weit es geht heraushalten. Sofern sich der Nachwuchs nicht die Köpfe einschlägt, kann man die Kleinen ruhig gewähren lassen, und wenn der Streit auch noch so heftig tobt: Streiten und versöhnen muss man lernen. Eingreifen sollte man als Eltern nur dann, wenn die beiden Streithähne von alleine nicht mehr zueinander finden: Ruhige Ansprache und Zuhören helfen hier meist mehr als Schuldzuweisungen oder Parteinahme.
Damit Kinder überhaupt die Gelegenheit bekommen Freundschaften zu schließen, müssen sie unter ihresgleichen: Darum sollte man mit dem Nachwuchs regelmäßig Kontakt zu anderen Eltern und Kindern suchen. Ob in der Krabbelgruppe, beim regelmäßigen Ausflug auf den Spielplatz oder im Sportverein – Kinderfreundschaften entstehen hier meist von alleine. Die meisten Freundschaften schließen Kinder aber an Orten, denen sie nicht entgehen können, wie dem Kindergarten oder in der Schule.
Mädchen sind doof – und Jungs auch
Gerade bei jungen Kindern ändern sich Freundschaften sehr schnell. Wer heute noch als bester Freund bezeichnet wird, wird am nächsten Tag schon wieder links liegen gelassen, nur um eine Woche später wieder die Nummer eins zu sein. Erst im Schulalter bildet sich langsam ein stabiles Beziehungssystem aus, bei dem zwischen Bekanntschaften, Freundschaften und einem „besten Freund“ oder Freundin unterschieden wird. In dieser Zeit suchen Kinder ihre Freundschaften vor allem unter dem eigenen Geschlecht, während in der Kindergarten- oder Kleinkindphase der Unterschied zwischen Junge und Mädchen keine Rolle spielt.
„Darf ich heute hier schlafen?“
Diese Frage wird ein Kind irgendwann von ganz alleine stellen. Eine Übernachtung beim besten Freund oder der Freundin sind absolute Highlights im Leben eines Kindes. Deshalb sollte man sich als Eltern so einem Wunsch auch nicht versperren, auch wenn so eine Übernachtungsaktion für die gastgebenden Erwachsenen meist Stress pur bedeutet. Denn die Kleinen wollen alles machen – aber bestimmt nicht schlafen. Das Quatschen und Albern bis in die Nacht gehört aber einfach dazu. Aufpeppen kann man so einen Abend zum Beispiel, indem man mit den Kindern eine Nachtwanderung unternimmt, statt herkömmlicher Betten eine Höhle mit Matratzen bereitstellt oder für ältere Kinder ein Zelt im Garten aufschlägt.
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