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Treffen der Generationen – Projekt Wunschoma

 

Oma und Opa, Mama und Papa: Für viele Kinder sind diese klassischen Familienstrukturen fremd.
Leider wachsen heutzutage immer mehr Kinder ohne engeren Kontakt zu ihren Großeltern auf.
Die Gründe dafür sind unterschiedlich: So leben zum Beispiel viele junge Familien berufsbedingt nicht mehr in der gleichen Stadt wie die Großeltern, der Kontakt beschränkt sich dann oft aufs jährliche Wiedersehen bei Familienfeiern. Auch bei vielen Alleinerziehenden ist der Kontakt zu den Großeltern abgebrochen.

Unter dem Stichwort „Wunsch-Omas“ laufen derzeit in Nordrhein-Westfalen rund zwölf verschiedene Projekte, bei denen sich ältere Frauen um Kinder kümmern, die nicht ihre leiblichen Enkel sind.

 

von Christian Brans-Schreckeneder

 

 

„Es geht nicht darum, einfach nur einen billigen Babysitter zu finden, der auf Abruf bereit steht.“, stellt Gerhild Tobergte, Vorsitzende des Duisburger Kinderschutzbundes klar. „Es soll ein Austausch zwischen den Generationen stattfinden.“.

Im Mittelpunkt steht dabei vor allem, das Interesse des Kindes, denn die Oma ist einer der wichtigsten Menschen, denen man im Laufe seiner Kindheit begegnet. Wer als Kind eine gute Beziehung zu seinen Großeltern hatte, denkt auch noch Jahre später gern daran zurück.

Auch viele Erziehungsexperten verweisen immer wieder gerne auf die besondere Rolle, die die Oma für die Entwicklung eines Kindes spielt. Sie ist Vertraute, Spielkameradin, Trösterin und Ratgeberin. Nicht selten vertrauen sich Kinder mit manchen Sorgen, etwa einer schlechten Schulnote, erst mal der Oma an, bevor sie ihren Eltern „beichten“. Aufgrund ihrer größeren Lebenserfahrung reagiert die Oma oft abgeklärter und ruhiger auf ihr Enkelkind und von den vielen Geschichten, die alte Menschen erzählen können, profitieren auch die Enkel.

 

Umgekehrt gibt es viele ältere Frauen, die selber keine Enkel haben, aber ihre Zeit gerne hin und wieder mit Kindern teilen wollen. Solche sind die perfekten Kandidaten um Wunsch-Oma zu werden.

„Allerdings sollten die Wunsch-Omas wirklich Personen sein, die sich die Kinder und auch die Eltern als Oma wünschen würden.“, erklärt Gerhild Tobergte.

Das Ziel sei es, dass die Kinder eine weitere Bezugsperson haben zu der sie Vertrauen haben können und die auch langfristig eine Rolle im Leben des Kindes spielen will. Deswegen werden die Wunsch-Omas auch nicht einfach wahllos den Familien zugeteilt, sondern die Vermittler vom Kinderschutzbund achten genau darauf, ob die Wunsch-Omas auch wirklich zu den Kindern und der Familie passen.Insgesamt 10 Wunsch-Omas kümmern sich in Duisburg derzeit um ihre Wunsch-Enkel. Geld erhalten sie für ihre Tätigkeit nicht, das Engagement ist rein ehrenamtlich.

 

Neben den Kindern sind auch viele Eltern froh, wenn sie jemanden an ihrer Seite wissen, der sie in der Erziehung unterstützt. Obwohl die Wunsch-Omas ausdrücklich keine Babysitter sein sollen, gewinnen auch die Mütter und Väter mehr Zeit für sich, die sie sonst nicht hätten.

Die Warteliste in Duisburg ist deshalb lang: 25 Familien suchen nach einer Wunsch-Oma. Wer nun zu dem Entschluss gekommen ist, dass eine Wunsch-Oma die perfekte Ergänzung für die Familie wäre oder sich umgekehrt vorstellen kann, sich um einen Wunsch-Enkel zu kümmern, kann beim Kinderschutzbund NRW die genauen Details erfragen.

 

Foto: © Franz Pfluegl - Fotolia.com

Kommentare zum Artikel:

Tatjana aus NRW
#3Freitag, 31.07.09 20:57

Unsere Grosseltern wohnen leider auch sehr weit weg,zw. wir wohnen so weit weg  Ich in viele Wege gegangen,um eine liebe Omi zu finden,aber leider ohne Erfolg! Es gab immer das gleiche Problem. Zu viele suchende Familien und zu wenig Omis. Oder die Omis wohnten noch zu weit weg.

Denke am Besten ist es,ein kleines Inserat in die Sonntagszeitung zu setzen oder z.b. kleine Fleyer erstellen und verteilen.

Ich hoffe wir werden auch nochmal jemanden finden!

Nadine aus Wolfsburg
#2Freitag, 29.05.09 21:11

Ich habe selbst schon darüber nachgedacht und würde mich sehr freuen wenn Niedersachsen da mit zieht.

Denn Maurice´s Großeltern wohnen leider weit weg und können ihn nur selten besuchen.

Danke für den Beitrag

Nadine aus Hattersheim
#1Dienstag, 26.05.09 14:46

Finde ich sehr gut! Hoffe andere Bundesländer ziehen da noch nach.

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