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Weihnachtsbräuche aus aller Welt

 

Ein geschmückter Tannenbaum, Glühwein, Plätzchen, Gänsebraten und am besten Schnee – was zu einem perfekten Weihnachtsfest in unseren Breiten dazu gehört, darüber haben die meisten ziemlich klare Vorstellungen. Weihnachten wird aber auf der ganzen Welt gefeiert – und manchmal kann es dabei für unsere Begriffe ziemlich skurill zugehen. Leuchtende Kinderaugen dürfte es aber in jedem Land der Welt geben. Machen wir uns also auf eine kleine Weltreise.

 

 

von Christian Brans-Schreckeneder

 

 

Weiße Weihnachten sind zwar sehr romantisch, aber zumindest im Flachland auch in Deutschland eher die Ausnahme. Winterliche Kälte und besinnliche Stimmung gehören jedoch zu unserem Weihnachtsfest dazu. In Ländern wie Australien und Neuseeland ist man davon aber weit entfernt, und Schnee gibt es hier höchstens auf Weihnachtskarten. Statt zum Rodeln gehen die Kinder zum Schwimmen und Surfen, und statt Christstollen und Glühwein gibt es kaltes Bier und Barbecue. Das größte Truthahn-Grillfest findet traditionell am Weihnachtstag am Bondi Beach in Sidney statt, zu dem jedes Jahr tausende Familien erscheinen. Kein Wunder, denn auf der Südhalbkugel der Erde ist jetzt Sommer und die Temperaturen liegen zum Beispiel im Sidney oder Melbourne bei kuscheligen 35 Grad. Klar, dass der Schlitten von Santa Claus auch nicht von Rentieren, sondern von Känguruhs gezogen wird. 

 

Surfende Weihnachtsmänner oder Strandpartys am Heiligen Abend sind auch in anderen Ländern der Südhalbkugel weit verbreitet, so etwa in der Südsee. Das längste Weihnachtsfest der Welt dürfte es aber wohl auf den Phillipinen geben: In dem katholisch geprägten asiatischen Staat beginnen die Feiern bereits am 16. Dezember und für viele Familien ist es üblich, auch an jedem Tag bis Heiligabend in die Messe zu gehen. Auf die Bescherung müssen die phillipinischen Kinder an diesem Tag übrigens bis nach der Mitternachtsmesse warten, erst dann gibt es das traditionelle Weihnachtsessen, bestehend aus Käsebällchen und Schinken und natürlich die Geschenke.

 

Der religiöse Hintergrund von Weihnachten spielt auch in anderen stark katholisch geprägten Ländern eine Rolle: In Mexiko etwa wird in der Vorweihnachtszeit an die Wanderung von Maria und Josef erinnert, indem Gastwirte ihre Türen öffnen und die Menschen mit kleinen Speisen und Punsch bewirten. Für viele Kinder ist es selbstverständlich zu dieser Zeit an Krippenspielen und Prozessionen teilzunehmen. Einen besonderen Stellenwert haben in ganz Südamerika die Weihnachtskrippen, die oft in kunstvoller Handarbeit hergestellt und in sowohl in Privatwohnungen, aber auch in Kirchen und auf öffentlichen Plätzen aufgestellt werden.

 

Wem Weihnachten bei uns zu kommerzialisiert und verkitscht gefeiert wird, der sollte einen großen Bogen um China und Japan machen: Aufgrund der fehlenden christlichen Tradition ist Weihnachten dort  zwar kein Feiertag, trotzdem nutzen viele Menschen die Weihnachtstage um sich gegenseitig zu beschenken, Partys zu feiern oder Urlaub zu nehmen. Viele Innenstädte und Einkaufszentren sind mit knallbunter Weihnachtsdeko geschmückt und speziell in Japan wird das „Fest der Liebe“ für Single-Partys genutzt.

 

Um auf etwas skurille Weihnachtsbräuche zu stoßen, braucht man aber gar nicht so weit zu reisen: In Österreich wird das Weihnachtsfest zwar ähnlich wie in Deutschland als besinnliches Familienfest gefeiert, aber mit einer ganz eigenen Note. In vielen Regionen finden Ende Dezember die traditionellen Perchtenläufe statt. Wilde Gestalten mit Dämonenmasken, Fellen und Glocken jagen durch die Dörfer, erschrecken die Schaulustigen und treiben mal mehr mal weniger derbe Späße mit den Kindern. Die Perchtenläufe gehen auf uralte, heidnische Bräuche zurück und sollen ein Symbol für die Vertreibung des Winters sein.

 

Fotos: © fotoskaz - Fotolia.com
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