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Abenteuer Familienurlaub Teil 1: Die Wahl des Reiseziels

 

Der erste Urlaub zu Dritt: Darauf freuen sich die meisten jungen Eltern. Doch bevor es auf große Fahrt gehen kann, gibt es einiges zu bedenken, denn ein Urlaub als Familie muss anders geplant werden, als früher. Spontan zum Flughafen und mit dem günstigen Last-Minute-Schnäppchen in den Süden – gerade mit Baby oder Kleinkind wird das in Zukunft schwierig. Damit die erste gemeinsame Reise gut klappt und aus dem geplanten Traumurlaub kein Alptraum wird, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt...

 

 

von Christian Brans-Schreckeneder

 

 

Teil 1: Die Wahl des Reiseziels:

 

Diese Fragen stehen am Beginn jeder Reise:

Wohin soll es gehen?
Sonne, Sand und Palmen?
Bergwandern und Kühe gucken in den Alpen?
Oder doch lieber der Klassiker und zum Strandurlaub an die Ostsee?

 

„Grundsätzlich spricht nichts dagegen, mit einem Baby in den Urlaub zu fliegen“, sagt der Essener Kinderarzt Dr. Achim Rode. Allerdings sollte man folgendes bedenken: Kleinen Kindern ist es völlig egal, ob sie am Strand von Phuket oder Juist im Sand buddeln, solange Mama und Papa dabei sind.Letztendlich kommt es also darauf an, ob die Eltern sich und ihrem Nachwuchs den Stress einer langen Urlaubsreise antun wollen oder nicht.

Von allzu exotischen Reisezielen sollte man aber Abstand nehmen, denn in vielen Fernreisezielen sind die hygienischen Verhältnisse und die medizinische Versorgung nicht mit Europa zu vergleichen.

Rode empfiehlt daher mit solchen Reisen zu warten, bis die Kinder im Grundschulalter sind. Insbesondere von Reisen in die Tropen oder Malaria-Gebiete mit Kleinkindern, rät der Mediziner ab.

 

Wer sich aber ein Reiseziel innerhalb Europas aussucht, braucht auf Palmen und Sonne nicht verzichten: Die klassischen Reiseziele am Mittelmeer, wie Spanien, Griechenland, Italien oder Frankreich sind von Deutschland aus bequem mit dem Flugzeug zu erreichen und vor allem für Babys ist eine Flugreise oft weniger belastend als eine lange Autofahrt.

Zudem ist in den Ländern der europäischen Union die medizinische Versorgung auf einem sehr hohen Standard.

Trotzdem sollte man sich aber vorher erkundigen, wie es genau um die Lage in dem gewählten Ferienort bestellt ist. So ist nicht überall deutsche Babynahrung erhältlich und auch nicht in jedem Ort gibt es deutschsprachige Kinderärzte. Einschlägige Informationen erhält man zum Beispiel im Reisebüro, guten Reiseführern oder im Internet.

In stark besuchten Ferienzielen, wie Mallorca stellen sich diese Fragen meistens nicht: Hier ist in fast jedem Ort ein deutscher Kinderarzt verfügbar und auch die Supermärkte führen durchweg deutsche Baby-Artikel wie Markenwindeln, Milchpulver oder Gläschen. Trotzdem sollte man immer einen kleinen Vorrat an Nahrung und der wichtigsten Pflegeprodukte dabei haben – sonst kann es einem passieren, dass man keine Windeln mehr hat, die Geschäfte aber wegen eines örtlichen Feiertages alle geschlossen sind.

Ebenfalls ins Gepäck gehört eine Reiseapotheke, die leichte Schmerz- und Fiebermittel, Arzneien gegen Durchfall, Nasentropfen und Verbandsmaterial wie Jod und Pflaster enthält. Wer möchte, kann sich auch vor Antritt der Reise beim Kinderarzt  reisemedizinisch beraten lassen, aber Achtung: Die Kosten für so eine Beratung werden von den Krankenkassen in der Regel nicht erstattet!
 

„Vor allem sollte man im Urlaub auf ausreichenden Sonnenschutz achten“, rät Achim Rode. Eine gute Sonnencreme, Hütchen oder Schirmmütze, Kindersonnenbrille und Sonnensegel für den Kinderwagen, gehören also auf jeden Fall ins Reisegepäck, auch wenn es nur an die holländische Küste geht. Vor allem aber in südlichen Ländern, wo die Sonne besonders intensiv scheint, sollten sich Kinder nur so wenig wie möglich der Sonne aussetzen. Das heißt, dass auch im Schatten ein Hut getragen und sich eingecremt wird.

Strandbesuche verschiebt man lieber auf den späteren Nachmittag und hält dafür während der Mittagszeit, wenn die Sonne am heißesten brennt, eine Siesta in geschlossenen Räumen. Da die Hitze Babys und kleinen Kindern stärker zu schaffen macht, sollten die Eltern außerdem darauf achten, dass ihr Nachwuchs immer genug trinkt: Wasser, verdünnte Säfte ohne Zucker oder Tee, sind hier die beste Wahl.

Wer die ganz große Hitze ohnehin scheut und nicht an Ferienzeiten gebunden ist, kann auch einfach in der Nebensaison reisen. In vielen Ländern am Mittelmeer ist es nämlich gerade im Frühjahr traumhaft schön und im Herbst auch das Meer noch angenehm warm.


Ein lästiges Problem nicht nur in südlichen Ländern können Mücken und anderes Ungeziefer sein: Ein wirksamer Mückenschutz, sowie ein Moskitonetz können hier helfen. Gegen Zeckenbisse schützt neben diversen Mitteln zum Auftragen auf die Haut vor allem die richtige Kleidung: Wenn etwas ältere Kinder bereits durchs Gras robben oder im Unterholz spielen, tragen sie dabei am besten lange und eng anliegende Sachen. Wer in ein Gebiet fährt, dass besonders von Zecken mit dem gefährlichen FSME-Erreger befallen ist, sollte sich zudem rechtzeitig impfen lassen.
 

Grundsätzlich gilt: Je mehr Information man sich bereits im Vorfeld über das geplante Urlaubsziel holt, desto stressfreier ist dann der Aufenthalt vor Ort.
 

 

Foto: © Freefly - Fotolia.com

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