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Abenteuer Familienurlaub Teil 2: Flugzeug oder Auto

 

Wenn erst mal feststeht, wo es hingehen soll, ist meist auch schnell klar, mit welchem Verkehrsmittel. Innerhalb von Deutschland lassen sich die meisten Urlaubsregionen am einfachsten mit dem Auto erreichen, soll es aber in den sonnigen Süden gehen, ist das Flugzeug eindeutig die angenehmste Art zu reisen – gerade auch, wenn kleine Kinder dabei sind. Damit der erste Flug aber für Eltern und Kinder keine Strapaze wird, sollte man auch hier ein paar Dinge beachten: 

 

von Christian Brans-Schreckeneder

 

 

Bei den meisten Fluggesellschaften haben Kinder unter zwei Jahren keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz. Wird trotzdem einer gewünscht, etwa um die Babyschale oder den Kindersitz darauf zu transportieren, müssen die Eltern diesen extra buchen und auch voll bezahlen. Allerdings sind nicht alle Modelle bei jeder Airline zugelassen, im Zweifel sollte man sich also vor der Buchung informieren. Die eigene Babyschale oder den eigenen Kindersitz mit in den Urlaub zu nehmen, kann durchaus Vorteile haben: Nämlich dann, wenn vor Ort ein Leihwagen gebucht wird. Die meisten Mietwagen-Firmen haben zwar auch Kindersitze zur Verfügung, allerdings oft nur in begrenzter Anzahl und gegen einen Aufpreis.

 

Was die Sicherung von Babys und Kleinkindern ohne eigenen Sitzplatz angeht, verfahren die Fluggesellschaften unterschiedlich: In der Regel muss der Nachwuchs auf Mamas oder Papas Schoß Platz nehmen, bei manchen Airlines wird der kleine Passagier mit einem zusätzlichen Gurt am Gurt der Eltern angeschnallt. Einige Gesellschaften bieten für Babys spezielle Betten zum Einhängen an. Auch hier gilt: Rechtzeitig informieren. Die meisten großen Airlines haben auf ihren Internetseiten bereits die wichtigsten Hinweise für Fluggäste mit kleinen Kindern bereitgestellt.

 

Ebenfalls bedenken sollte man die größere Menge Gepäck die man mitnehmen muss und daher – besonders wichtig – ausreichend Zeit für das Einchecken einplanen. Nichts ist stressiger als mit einem weinenden Kind, das Hunger hat oder gewickelt werden muss, zum Gate zu hetzen, weil der Flug bereits zweimal aufgerufen wurde. Den Buggy oder Kinderwagen kann man übrigens in den meisten Fällen sogar bis auf das Rollfeld mitnehmen und bekommt ihn vom Bodenpersonal dort auch unmittelbar nach der Landung wieder ausgehändigt. Am besten klärt man bereits beim Einchecken das genaue Verfahren.

 

Seit den Terroranschlägen vom 11. September sind die Sicherheitsvorkehrungen auf allen internationalen Flughäfen extrem verschärft worden: Flüssigkeiten dürfen mittlerweile grundsätzlich nicht mehr an Bord der Maschine gebracht werden, Ausnahmen gibt es nur für kleine Mengen, wie wichtige Medikamente. Allerdings bekommt man in den Bistros hinter der Sicherheitskontrolle und an  auch an Bord problemlos heißes Wasser, um Babynahrung zuzubereiten.

 

Wer schon einmal geflogen ist, kennt das unangenehme Knacken in den Ohren, dass durch den Druckausgleich bei Start und Landung entsteht. Da kleine Kinder und Babys den Druckausgleich nicht durch bewusstes Gähnen oder Schlucken unterstützen können, muss man ihnen hierbei helfen: Am besten hält man für die Start- und Landephase etwas zu trinken bereit, damit die Kleinen automatisch Schluckbewegungen machen. Kinder, die noch gestillt werden, sollten von der Mutter an die Brust gelegt werden – viele Kinder fühlen sich durch die vertraute Nähe auch sicherer in der fremden Umgebung. Kinderarzt Achim Rode empfiehlt außerdem ca. eine halbe Stunde vor dem Start leichte Nasentropfen zu verabreichen, damit das Innenohr gut belüftet und die Gefahr von Ohrenschmerzen beim Druckausgleich geringer ist.

 

Babys, die sich auf Mamas Arm sowieso am wohlsten fühlen, sind während des Fluges meist recht pflegeleicht, ältere Kinder beginnen sich jedoch schnell zu langweilen: Für diese Fälle sollte man immer ein oder mehrere kleine Spielzeuge oder Bücher dabei haben, um die Zeit zu vertreiben. Für größere Kinder gibt es an Bord meist ein Unterhaltungsprogramm in Form von Videos, Kindermusik oder Hörspielen. Die dazu benötigten Kopfhörer werden nach dem Start verkauft. Die meisten Fluggesellschaften verteilen auch kleine Geschenke an ihre jungen Passagiere. Hierbei sollte man aber aufpassen, ob das verteilte Spielzeug auch wirklich für das Alter des eigenen Sprösslings geeignet ist.

 

Können Kinder bereits selber laufen, spricht nichts dagegen, wenn sie mit den Eltern ein wenig im Flieger spazieren gehen: Gerade auf längeren Flügen, ist dies sogar sinnvoll, um der Thrombose-Gefahr vorzubeugen. Von allzu ausgedehnten Wanderungen und Tobereien sollte man aber Abstand nehmen: Die Flugzeuge sind meist so eng gebaut, dass sich Bordpersonal und andere Passagiere schnell gestört fühlen.

 

Auch wenn es in der Regel in den sonnigen Süden geht: T-Shirt, Flip-Flops und kurze Hose sind im Flugzeug ungeeignete Kleidungsstücke, denn durch die Klimaanlage kann es empfindlich kühl werden. Eltern sollten dies bedenken, wenn sie ihre Kinder für die Reise anziehen. Sollten die Kleinen trotzdem frieren, erhält man im Flugzeug aber auch eine Decke.

 

Wer mit dem eigenen Auto in den Urlaub fahren möchte, sollte sich auf jeden Fall darauf einstellen, dass die Reise mit Kindern länger dauert: Alle drei Stunden ist spätestens eine ausgedehnte Pause fällig, damit sich der kleine Fahrgast ausstrecken und bewegen kann. Vor allem Baby-Schalen sind nicht wirklich dafür gemacht, um lange darin zu liegen. Eltern sollten ihre Kinder daher so oft wie möglich aus diesen herausnehmen. Dass dies nicht während der Fahrt passiert und Kinder grundsätzlich nur ordentlich gesichert, in den für ihr Alter angepassten Sitzsystemen mitfahren dürfen, versteht sich eigentlich von selbst. Wichtig außerdem: Immer darauf achten, dass die Kleinen genug trinken. Außerdem sollte man sich für längere Fahrten einen gewissen Vorrat an leichten Speisen und Getränken einpacken. Mit einem durstigen Kind in einen Stau zu geraten, kann sehr anstrengend werden. Viele Eltern reisen darum bevorzugt nachts: Die Autobahnen sind frei und der Nachwuchs schläft. Dr. Rode rät davon jedoch ab, denn gerade kleine Kinder werden dadurch in dem für sie wichtigen Nachtschlaf empfindlich gestört. Die Folge ist dann ein quengeliges und unausgeglichenes Kind am ersten Urlaubstag.

 

Foto: © starekase - Fotolia.com

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