Feste und Brauchtum: Halloween mit Kindern
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Leuchtende Kürbisfratzen in den Gärten, Geister und Skelette als Fensterbilder und Hexenkostüme in den Supermärkten. Das amerikanische Gruselfest Halloween ist auch bei uns mittlerweile zum festen Termin im Kalender geworden. Vor allem Kinder fühlen sich von dem Gruselspaß angezogen. Wie man ein schaurig-schönes Familienfest gestaltet, was es mit Halloween eigentlich auf sich hat und warum dieses Fest sich bei uns so großer Beliebtheit erfreut, wollen wir in den folgenden Zeilen erklären:
von Christian Brans-Schreckeneder
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Mythische Wurzeln
Die Ursprünge von Halloween liegen im Dunkeln. Traditionell bezeichnet Halloween den Abend vor dem 1. November, an dem nach christlichen Glauben Allerheiligen gefeiert wird. Vermutlich ist Halloween darum eine Verballhornung des englischen Begriffes „All Hallows Evening“, also der Abend, bzw. die Nacht vor Allerheiligen. Angeblich sollen bereits die alten Kelten in dieser Zeit das Fest Samhain gefeiert haben. Nach keltischem Glauben öffneten sich in dieser Nacht die Tore zwischen der Welt der Lebenden und der Toten, Geister, Dämonen und Untote zogen umher und trieben ihren Schabernack mit den Menschen. Um sich der Seelen der Toten zu erwehren und ihnen gleichzeitig den Weg in ihr Reich zu zeigen, entzündeten die Menschen große Feuer und feierten laut und ausgelassen. Da die Kelten keine schriftlichen Zeugnisse ihrer Religion hinterlassen haben ist natürlich nicht klar, ob diese Vermutung stimmt, aber dass Geister und Spukgestalten zu Halloween gehören, wie der Osterhase zum Ei, weiß heute jedes Kind.
Mit den irischen Auswanderern kam die Halloween-Tradition auch in die Vereinigten Staaten und entwickelte sich hier zu dem ausgelassenen Kostümfest, das wir heute kennen. Das amerikanische Halloween-Fest wurde vor etwa 20 Jahren auch in Deutschland populär, zunächst als reines Fest für Erwachsene und später auch immer mehr für Kinder.
Zwar gibt es viele Erwachsene, die Halloween als „importiertes Konsumfest“ ablehnen, aber vielleicht sollte man sich bei der Gelegenheit überlegen, dass viele unserer Feste und Traditionen von anderen Kulturen übernommen worden sind.
Der deutsche Christbaum zum Beispiel ist eine Erfindung aus dem französischen Elsass und der Weihnachtsmann geht auf die Idee eines Brause-Herstellers zurück…Wie immer man auch selbst über das Spektakel am 31. Oktober denken mag, seinen Kindern sollte man die Freude an diesem Fest nicht verderben, wenn sie es feiern möchten.
Süßes oder Saures – Halloweenbräuche für Kinder
„Trick oder Treat“ – Süßes oder es gibt Saures!. Mit dieser Losung ziehen in den USA, aber auch in Irland und Großbritannien am Halloween-Abend gruselig kostümierte Kinder durch die Nachbarschaft, um an den Haustüren Süßigkeiten zu erbetteln. Ist der Erwachsene, der die Tür öffnet so hartherzig diese zu verweigern, wird er mit kleinen Streichen bestraft. Das von Tür zu Tür ziehen erfreut sich auch in Deutschland einer wachsenden Beliebtheit, ist aber noch nicht so weit verbreitet, wie in den USA. Wenn der Nachwuchs also mit seinen Freunden aus Kindergarten, Sportgruppe oder Schule auf Tour geht, sollte man ein paar Regeln beachten. Grundsätzlich gehört auf jeden Fall ein Erwachsener dazu, Kinder im Vor- oder Grundschulalter bei Dunkelheit alleine durch die Straßen gehen zu lassen, verbietet sich von selbst.
Halloween ist ein Fest, dass vor allem bei jüngeren Leuten bekannt sein dürfte. Trotzdem wird es immer wieder Menschen geben, die irritiert reagieren, wenn eine Horde kleine Gespenster vor der Tür steht und Süßigkeiten verlangt. Am besten informiert man daher schon vorher einige kinderliebe Nachbarn über den bevorstehenden Besuch. In einigen Gegenden ist der Brauch, dass Kinder von Tür zu Tür ziehen, übrigens auch zu Anlässen wie Fasching oder Neujahr bekannt – hier dürfte daher auch die kleine Gruselschar auf gute Beute hoffen.
Jack O´Lantern
Ohne ihn ist kein Halloween-Fest denkbar: Der ausgehöhlte, zu einer Fratze geschnitzte und von innen beleuchtete Kürbis, den die Iren und Amerikaner Jack O´Lantern nennen. Der Name geht zurück auf eine irische Volkssage, in der ein schlechter Mensch sich mit dem Teufel einlässt, und dazu verdammt ist, als ruhelose Seele, nur mit etwas Licht von einem glühenden Stück Kohle in einer ausgehöhlten Rübe, durch die Dunkelheit zu ziehen. Die beleuchteten Rübengesichter waren in Irland ein beliebter Fensterschmuck. Aus den Rüben wurden in der neuen Welt dann Kürbisse. Auch in Deutschland erfreut sich der Kürbis als Herbstgemüse und Zierpflanze seit Jahren einer wachsenden Beliebtheit und gehört mittlerweile zum festen Sortiment von Gemüsehändlern und Blumenläden. Wer seinen eigenen Jack O´Lantern schnitzen will, findet dazu im Internet zahlreiche Anleitungen. Gerade für etwas ältere Kinder ist das Basteln so eines stilechten Halloween-Kürbisses ein großes Vergnügen. Für die Innenbeleuchtung eignen sich entweder Teelichter oder eine einfache Glühbirne. Aus dem Fruchtfleisch lässt sich zum Beispiel eine leckere Kürbissuppe kochen.
Geister, Hexen und Vampire – das richtige Kostüm für die Party
Für die Hersteller von Karnevalskostümen hat sich Halloween mittlerweile zu einem echten Umsatzbringer entwickelt: Das Angebot an gruseligen Verkleidungen für Kinder und Erwachsene ist schier unendlich. Aber es geht auch billiger, denn mit etwas Phantasie lässt sich auch mit einfachen Mitteln aus jedem Kind ein gruseliges Gespenst machen. Der Klassiker ist natürlich das weiße Bettlaken über dem Kopf, aber mit etwas Schminke und einigen Schnüren und Bändern kann man so auch eine prächtige Mumie abgeben. Weiße Schminke im Gesicht, silberne Farbe im Haar und ein paar spitze Zähne – fertig ist der blutsaugende Vampir. Wer mit kleinen Kindern eine richtig gruselige Halloween-Party feiern will, muss dafür nicht warten, bis es dunkel ist. Heruntergelassene Rolläden, Grablichter oder sogenannte Schwarzlicht-Birnen verwandeln das Kinderzimmer auch am Nachmittag in ein echtes Spukschloss. Neben der passenden Dekoration wie Fledermäuse, Totenschädel oder Spinnennetze, die man entweder im Laden kaufen oder selber basteln kann, gehört zu einer gelungenen Halloween-Party auch ein gruseliges Büffet. Weingummi-Würmer in Wackelpudding versenkt sind zum Beispiel richtig schön scheußlich-glibberig und eine Bowle aus roten Früchten ergibt prima Blut für kleine Vampire. Im Internet gibt es jede Menge zünftige Rezept-Ideen für kleine Gespenster.
Halloween – ein Fest nicht nur für Kinder
Wenn die kleine Monsterbande aus dem Haus und das eigene Nachtgespenst im Bett liegt, haben vielleicht auch die Eltern Lust auf ein wenig gruseliges Feiern bekommen. Wer einen Babysitter findet, kann sich dann zum Beispiel auf zu einer der zahlreichen kommerziellen Halloween-Partys machen, die in fast jeder Stadt mittlerweile angeboten werden. Dabei handelt es sich in der Regel um Kostüm- und Mottopartys mit aktueller Musik. Eine andere Variante ist es natürlich die Eltern der kleinen Partygäste gleich mit einzuladen. Wer Halloween lieber von seiner ursprünglichen Seite kennen lernen will, hat dazu in einem der zahlreichen Irish Pubs Gelegenheit: Mit Live-Musik, Guinness und irischen Spezialitäten, lässt es sich prima aushalten, während draußen die Geister umgehen….
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