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Kleine Wasserratten – Kinder müssen Schwimmen lernen!
So früh wie möglich beginnen
Schwimmen ist eine elementare Kulturtechnik, die die Menschheit bereits seit Jahrtausenden beherrscht. Wer sein Kind ans nasse Element gewöhnen will, sollte damit so früh wie möglich anfangen. In den meisten großen öffentlichen Bädern werden sogenannte Baby-Schwimmkurse angeboten. Mit spielerischen Übungen werden hier bereits Säuglinge an das Körpergefühl im Wasser gewöhnt. Richtig Schwimmen lernen die Kleinen hier aber noch nicht, auch hat häufiges Babyschwimmen keinen Einfluss darauf, wie sich der Nachwuchs später im Wasser anstellt. Für etwas ältere Kinder werden sogenannte Wassergewöhnungskurse angeboten. Hier lernen die kleinen Wasserratten zum Beispiel das Luft anhalten beim Untertauchen, das Hüpfen vom Beckenrand oder machen einfache Schwimmübungen mit Hilfsmitteln wie Schwimmflügeln oder Brettern.
Paddeln oder Plantschen – wie Kinder schwimmen
Richtiges Schwimmen beginnt meist im Alter von etwa vier Jahren. Erst dann sind Kinder von ihrer Motorik und Bewegungskoordination her in der Lage, sich durch Schwimmbewegungen bewusst über Wasser zu halten. Meist passiert dies im sogenannten „Hundestil“, bei dem die Kinder mit Händen und Füßen im Wasser paddeln. Um richtige Schwimmzüge auszuführen, bei denen auch Atmung und Beinarbeit vorhanden sind braucht es aber mehr. Für die meisten Kinder sind Kraulbewegungen zunächst am schnellsten zu erlernen, da die Bewegungsabläufe hier besonders einfach sind. Richtige Brustschwimmzüge gelingen meist erst Kindern im Vorschulalter. Wann ein Kind „reif“ genug ist, um an einem richtigen Schwimmkurs teilzunehmen, ist unterschiedlich. Dies hängt von der allgemeinen motorischen und geistigen Entwicklung ab. Ein guter Richtwert ist das Fahrradfahren - Kann sich ein Kind alleine und ohne Stützräder sicher auf dem Rad fortbewegen, kann es auch schwimmen lernen.
Idealerweise beginnt man mit dem Schwimmunterricht bereits vor der Einschulung. Denn wer sich allein auf das Schulschwimmen verlässt, muss oft mit Defiziten rechnen. In vielen Grundschulen wird Schwimmen nicht ab der ersten Klasse angeboten. Zudem sind viele Lehrer, die zum Schwimmunterricht abgestellt werden zwar im Besitz der sogenannten Rettungsfähigkeit, unterrichten aber normalerweise andere Fächer. Ausgebildete Sportlehrer mit dem Schwerpunkt Schwimmen sind an vielen Schulen nicht vorhanden.
Schwimmen lernen – aber von wem?
Nicht überfordern und nicht überschätzen!
Der erste und zunächst mal wichtigste Meilenstein in der „Schwimmkarriere“ eines Kindes ist das Seepferdchen. Dazu muss der Nachwuchs eine Strecke von 25 Metern bewältigen, ins schwimmtiefe Wasser springen und einen Gegenstand (meist einen Ring) mit den Händen aus schultertiefem Wasser holen. Ist das geschafft, gibt es eine Urkunde und das begehrte Abzeichen, dass dann Badeanzug oder Badehose ziert. Im Schulalter können dann noch die Schwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold erworben werden. Auch wenn sich der Nachwuchs mit dem frisch erworbenen Seepferdchen-Sticker wie unbesiegbar fühlt. Eine Garantie für sicheres Schwimmen ist dieses Abzeichen nicht! Insbesondere in Badeseen oder im Meer, wo gänzlich andere Bedingungen, als im heimischen Schwimmbad herrschen, sind die kleinen Seepferdchen meist wieder so unsicher wie Nichtschwimmer. Regelmäßiges Üben und häufige Besuche von Freibad oder Baggersee sind also Pflicht, wenn der Schwimmnachwuchs nicht zur bleiernen Ente werden soll.
Sicherheit geht vor!
Auch ältere Kinder, die bereits das „Seepferdchen“ absolviert haben, sollten immer unter der Obacht eines Erwachsenen stehen, vor allem in Badeseen oder im Meer.
Foto: © FrankU - Fotolia.com © fotorena.de - Fotolia.com © Volker Skibbe - Fotolia.com Kommentare zum Artikel:
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