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Ski und Rodel gut – Winterurlaub mit Kindern

 

Über Schneemangel kann sich in diesem Winter in Deutschland eigentlich niemand beklagen. Selten gab es so viel von der weißen Pracht und selten blieb uns diese auch so lange erhalten. Zwar neigt sich der Winter nun langsam aber sicher seinem Ende entgegen, in vielen  Mittelgebirgen und den Alpen bleiben die Aussichten aber weiter weiß. Wer mit seiner Familie also doch noch einen Winterurlaub starten will, hat jetzt die beste Gelegenheit. Auf ein paar Dinge sollte man aber achten, vor allem wenn kleine Kinder mit dabei sind:

 

von Christian Brans-Schreckeneder

 

  

Kinder lieben Schnee – während Kleinkinder und Babys verzückt die weiße Pracht betrachten und erstaunt erste Erfahrungen mit der kalten Masse machen, liefern sich die Älteren wilde Schneeballschlachten oder halsbrecherische Rodelabfahrten. Schneereiche Winter gehören für die Generation vieler Eltern und Großeltern zu den prägendsten und schönsten Kindheitserinnerungen. Viele Kinder, die heute in unseren Breiten aufwachsen, kennen den Winter jedoch nur noch von Bildern und aus Geschichten, denn wegen des Klimawandels werden schneereiche Winter in Mitteleuropa immer seltener – Winter wie der aktuelle sind daher die absolute Ausnahme. Trotzdem sollten Eltern versuchen, ihren Kindern den Kontakt mit echtem Schnee zu ermöglichen, denn wer noch nie im Leben einen Schneeengel gemacht hat, von einem Schneeball getroffen wurde oder einen langen Spaziergang durch einen verschneiten Wald unternommen hat, verpasst etwas im Leben.

 

„Schneesichere“ Reiseziele – gibt es das?

 

Wer an seinem Urlaubsort auch zu noch zu Ostern optimale Wintersportbedingungen garantiert haben will, der muss hoch hinaus. Im Hochalpenraum Österreichs, Italiens, der Schweiz und Frankreichs gibt es viele Orte von mondän bis urig, in denen  auch bis in das Frühjahr hinein Wintersport möglich ist. Allerdings liegen diese Orte dann sehr hoch (meist auf oder über 2000 Metern) und sind schnell überfüllt. Rechtzeitiges Buchen ist also Pflicht, insbesondere, wenn auch noch ein besonders kinderfreundliches Quartier gesucht wird. Als Alternative zu den großen und klassischen Wintersportorten der Alpen gibt es auch in vielen Mittelgebirgen wie dem Bayerischen Wald, dem Schwarzwald, dem Harz oder dem Sauerland zahlreiche Orte, in denen Wintersport möglich ist. Wer nicht gerade an Hüttengaudi und olympischen Abfahrten interessiert ist, sondern einfach mit seinen Kindern ein paar Tage Winterwetter genießen will, ist in solchen Regionen meist besser und billiger aufgehoben. Manchmal reicht sogar ein Tagesausflug, um vom grauen Schmuddelwetter ins Winterwunderland zu kommen. Während der Winterwochenenden strömen zum Beispiel zahlreiche Familien aus dem Ruhrgebiet oder dem Rheinland ins nahegelegene Sauerland, um dort in Orten wie Winterberg ein bisschen Schnee zu erleben.

 

Gesund und munter durch den Winter

 

So schön die weiße Pracht auch ist, richtiges Winterwetter, vor allem in höheren Lagen, ist eine Extremsituation, die den Körper vor besondere Herausforderungen stellt. Das gilt insbesondere für Kinder, vor allem für kleine Flachländer, die hartes Winterwetter meist nicht gewöhnt sind. Wer einen Winterurlaub mit viel Aufenthalt im Freien plant sollte also ein paar Dinge beachten:

 

Sonnenschutz ist im Winter ebenso wichtig wie im Sommer! Durch die Höhenlage und die Reflektionen auf den weißen Flächen ist die Sonneneinstrahlung viel intensiver, als sie in der Kälte wahrgenommen wird. Sonnenbrände entstehen so unvermittelt und schnell. Kinder sollten daher mit einer besonders starken Sonnencreme geschützt werden. Mindestens ebenso wichtig ist der Schutz der Augen, denn die UV-Anteile des Sonnenlichtes und die gleißende Reflektion auf Schnee und Eis können auf der empfindlichen Netzhaut von kleinen Kindern bleibende Schäden hinterlassen. Größere Kinder sollten daher eine hochwertige Sonnenbrille oder Skibrille tragen. Kleinkinder und Babys schützt man am besten mit breitkrempigen Hüten, die die Augen beschirmen.

 

Viele Wintersportgebiete liegen in Höhenlagen. Der Luftdruck und der Sauerstoffgehalt der Luft sind dort anders als in der gewohnten Umgebung, so dass die Umstellung den Körper belasten kann. Insbesondere Kinder reagieren oft mit Schlafstörungen, Müdigkeit oder Nervosität. Ein bis zwei Tage langsame Eingewöhnung mit Ruhe und viel Schlaf sollte man dem Nachwuchs daher gönnen, ehe es auf die Piste geht. Kleinkinder und Babys sollte man extremen Höhen ohnehin nicht aussetzen. Reiseziele, die höher als 1500 Meter liegen sind ungeeignet.

 

Ebenso wichtig wie der Schutz vor der Sonne ist auch der Schutz vor der Kälte. Kinder, vor allem wenn sie sich viel bewegen, sollten Kleidung tragen, die gut gegen Kälte schützt aber trotzdem luftdurchlässig ist. Schnee- und Skianzüge in fast allen Größen findet man in gut sortierten Kaufhäusern, Kinderbekleidungsgeschäften und bei Sportartikelanbietern. Zur Ausstattung gehören außerdem feste, wasserdichte Schuhe, dicke Socken aus Baumwolle, lange Unterwäsche und eine bequeme, aber warme Mütze.  Am Ende eines langen Wintertages pflegt man die von Sonne, Kälte und Höhenluft strapazierte Haut am besten mit fetthaltigen Cremes.

 

Ab auf die Piste!

 

Das wahrscheinlich beliebteste Wintersportgerät für Kinder ist zunächst mal der klassische Schlitten. Allein oder an Papa bzw. Mama gekuschelt geht es in brausender Fahrt den Berg hinab. Alternativ tut es auch der Rodelberg im heimischen Stadtgarten, wenn der Winter es erlaubt. Alleine rodeln sollte ein Kind erst dann, wenn es den Schlitten sicher beherrscht und die Balance halten kann. Abzuraten ist von der Verwendung neuartiger Plastikrodel, die statt Kufen und Sitzfläche oft nur aus einem Stück Gummi mit Griff bestehen.

 

Es spricht aber auch nichts dagegen, dass der Nachwuchs sich bereits in ganz frühen Jahren auf die Bretter wagt und Ski fährt. Entsprechende Kurse für sogenannte „Minis“ werden bereits für Dreijährige angeboten. In allen Wintersportorten gibt es ein großes Angebot von diversen  Ski-Schulen die mit unterschiedlicher Professionalität auch Kinder ausbilden. Es empfiehlt sich daher, sich bei einer Schnupperstunde erst mal über Trainer und Ausstattung zu informieren, ehe man den Nachwuchs in fremde Obhut gibt.

 

Ski fahren ist eine uralte Kulturtechnik und bereits unsere Vorfahren in der Steinzeit bewegten sich auf Holzbrettern durch die weiße Landschaft. Heute gehört der Spaß auf zwei oder auch einem Brett zu den häufigsten Freizeitsportarten und erfreut sich gerade auch bei Kindern und Jugendlichen ungebrochener Beliebtheit. Neben guter Technik, Fitness und der unbedingten Kenntnis der Pistenregeln, kommt es gerade auch beim Nachwuchs vor allem auf die richtige Ausrüstung an. Ski oder Snowboard sollten technisch einwandfrei sein. Besonders wichtig ist die Wahl des richtigen Ski-Schuhs und der Bindung, denn Schlamperei an dieser Stelle kann böse Verletzungen zur Folge haben. Zwar kann man die gesamte Ausrüstung in den meisten Wintersportorten auch leihen, wer aber öfter auf die Piste gehen will, sollte Geld in die Hand nehmen und sich in einem Fachgeschäft ausrüsten lassen.

 

Wenn man also ein paar Dinge beachtet, steht einem entspannten Familienurlaub im Schnee nichts mehr im Wege. Und spätestens wenn die ganze Familie nach einem langen Tag auf Skipiste oder Rodelbahn gemütlich am prasselnden Kaminfeuer der Ferienwohnung sitzt und dem Nachwuchs beim heißen Kakao langsam die Augen zufallen stellt sich auch bei Mama und Papa die Erholung ein.

 

 

 

Foto: © Patrizia Tilly - Fotolia.com

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