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Auf großem Fuß – die ersten Kinderschuhe

 

Mit rund ein bis anderthalb Jahren beginnen die meisten Kinder selbstständig zu laufen. Spätestens jetzt stellt sich bei vielen Eltern die Frage: „Welche Schuhe braucht mein Kind?“ Der Markt für Kinderschuhe ist ziemlich groß, vom stylishen Edel-Sneaker bis zur Plastik-Sandale vom Wühltisch ist fast alles vorhanden. Wirklich entscheidend beim Kinderschuh ist aber nicht das Aussehen, sondern der richtige Sitz. Deshalb sollte man beim Kauf unbedingt einige Punkte beachten.

 

 

von Christian Brans-Schreckeneder

 

 

Auch wenn es die Schuh-Industrie nicht gerne hört: Grundsätzlich benötigt der Kinderfuß eigentlich gar keine Bekleidung. Schuhe dienen dazu, den Fuß vor Kälte oder Verletzungen zu schützen und sofern von diesen Faktoren nicht eine größere gesundheitliche Beeinträchtigung droht, ist ein Kind jeden Alters barfuß am besten aufgehoben. Die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen weisen daraufhin, dass sich Kinderfüße am besten entwickeln, wenn ihre Beweglichkeit so wenig wie möglich eingeschränkt wird.
Wann immer es möglich ist, sollte man sein Kind also entweder barfuß oder zumindest auf Socken durch die Welt gehen lassen.

 

Kinderfüße sind weich wie Gummi, da sich Sehnen, Muskeln und Knochen nicht gleichzeitig, sondern zeitversetzt entwickeln. Auch die spätere Form des Fußes bildet sich erst langsam heraus. Kinderfüße wachsen zudem in Schüben und können im Jahr um bis zu drei Größen zulegen. Bei Kindern bis zu drei Jahren sollte man die Fußgröße daher alle sechs bis acht Wochen kontrollieren. Da die Nerven im Kinderfuß noch nicht so weit entwickelt sind, registrieren Kinder Druck und Enge auch noch nicht als unangenehm. Dies hat fatale Folgen: Eine österreichische Studie zum Thema Kinderfüße kommt zu dem Ergebnis, dass die überwiegende Mehrheit aller untersuchten Kinder zu kleine Schuhe trägt. Die Folge davon können Fehlstellungen oder Haltungsfehler sein, die sich nur mühsam oder gar nicht wieder reparieren lassen.

 

 

Wer seinem Kind also Schuhe kauft, sollte bereits beim ersten Modell darauf achten, dass der Fuß genügend Platz hat. Als Faustformel gilt: Der Innenraum des Schuhs sollte etwa 12 bis 17 mm länger sein als der Fuß des Kindes. Außerdem ist es wichtig, die genau Größe des Kinderfußes zu kennen. Neben speziellen Messgeräten, die in guten Schuhgeschäften oder manchmal auch beim Kinderarzt vorhanden sind, können Eltern die Schuhgröße ihres Sprösslings auch selbst ermitteln. Dazu stellt sich das Kind mit beiden Füßen, entweder barfuß oder mit Strümpfen, auf ein Stück Karton, auf dem dann die Umrisse des Fußes abgezeichnet werden. Diese werden dann ausgeschnitten und dienen als Schablone beim Schuh-Kauf: Lässt sich die Pappe in den Schuh schieben, ohne zu knicken, hat der Schuh die richtige Größe. Neben der Länge, sollte man auch auf die Breite des Schuhs achten, da Kinderfüße unterschiedlich geformt sein können. Ein breiter, fleischiger Fuß braucht anderes Schuhwerk als ein knochiger, hoher Fuß.

 

 

Ebenfalls wichtig ist das Material. Zwar gibt es bereits für Kleinkinder hippe Turnschuhe, die knallig-bunt daher kommen, dafür aber fast nur aus Kunststoff bestehen. So entstehen schnell Schweißfüße, besser beraten ist man mit natürlichen und atmungsaktiven Materialien wie Leinen oder Leder. Gerade in den Sommermonaten sind offene Sandalen gut geeignet, denn so wird der Fuß ausreichend belüftet und gekühlt. Vorsicht ist geboten bei Badeschuhen, wie Flip-Flops: Zwar sind die offenen Strandlatschen bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt, ein Ersatz für richtige Schuhe sind sie aber nicht.

 

Je nach Alter des Kindes und Entwicklungsstand seiner Füße sollte man auch auf die Festigkeit der Sohlen achten. Für Babys und Kleinkinder hat die Industrie Baby-Schuhe und sogenannte Erstlaufschuhe entwickelt. Wirklich brauchen tut man diese Produkte nicht, wer trotzdem nicht darauf verzichten will, sollte Baby-Schuhe nur aus sehr weichem Leder und mit dünner Sohle kaufen.

 

Ein leider immer noch bestehendes Problem bei Kinderschuhen ist die Verwendung von potenziell gesundheitsschädlichen Materialien. So wies das WDR-Magazin „Markt“ bereits zum wiederholten Male Chrom IV in verschiedenen Kinderschuhen nach:  http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2009/0720/00_kinderschuhe.jsp

 

Wer also Schuhe für sein Kind kaufen will, sollte eine Menge bedenken – aber es lohnt sich, denn nur auf gesunden Füßen kann man sicher durch das Leben gehen.
 

Foto: © Kathrin Uhlenbruch - Fotolia.com
© Grischa Georgiew - Fotolia.com
© Jaimie Duplass - Fotolia.com

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