Notfalltipps: Erste Hilfe bei Wespenstichen
ACHTUNG: Die hier gegebenen Tipps ersetzen in keinem Fall eine fachkundige Beratung durch einen Arzt und erst recht keinen Arzt-Besuch! Im Zweifel sollte daher immer der behandelnde Kinderarzt oder aber der Notarzt unter der europaweit einheitlichen Rufnummer 112 verständigt werden!
|

|
Hochsommer ist Wespenzeit: Jeder kennt die schwarz-gelb gezeichneten Quälgeister, die sich über Kaffeetafeln, Grillfleisch oder Mülleimer hermachen. Gerade kleine Kinder und Wespen kommen sich immer wieder ins Gehege und nicht selten fließen dann bittere Tränen. Ein Wespenstich kann aber nicht nur schmerzhaft sondern auch gefährlich sein. Darum sollte man sich einige Regeln zum Umgang mit den Tieren und erste Sofortmaßnahmen merken.
von Christian Brans-Schreckeneder
|
Wespen, aber auch ihre Verwandten wie Hornissen, Hummeln oder Honigbienen sind in der Regel friedfertige Tiere, die nur dann angreifen, wenn sie eine Bedrohung für sich oder ihr Nest befürchten müssen. Die überwiegende Mehrzahl der Wespenarten zeigt auch kein Interesse am Menschen, lediglich die sogenannte Deutsche und die Gemeine Wespe machen sich auch über menschliche Nahrung her und werden dabei zudringlich. Besonders aktiv und lästig sind die Tiere im Spätsommer. Dann beginnen sich nämlich die Nester aufzulösen und viele Arbeiterinnen sind einzeln auf Nahrungssuche unterwegs.
Nicht provozieren
Wespen gelten als aggressiv, was vor allem auf ihr typisches Bewegungsverhalten zurück zu führen ist. Viele Menschen, vor allem aber Kinder, reagieren auf die abgehackten Flugbewegungen ihrerseits panisch und beginnen um sich zu schlagen. Gerade das sollte man aber vermeiden, denn hektische Bewegungen, Anpusten oder Schlagen wecken den Selbstverteidigungsinstinkt der Tiere. Insbesondere in der Nähe von Nestern sollte man so ein Verhalten dringend unterlassen, sondern sich lieber ruhig aber zügig aus dem Umfeld des Nestes zurückziehen. Keinesfalls sollte man nach den Insekten schlagen, wenn sie sich auf dem Körper niedergelassen haben, sondern lieber langsam abstreifen. Sticht eine Wespe zu, setzt sie dabei Alarmpheromone frei, die wiederum Artgenossen anlocken und auch diese zum Stich animieren. Da der Wespenstachel keine Widerhaken hat, können die Tiere durchaus mehrmals zustechen – und der Reflex funktioniert auch noch bei gerade getöteten Wespen.
Nicht anlocken
Wer sich im Sommer draußen aufhält und im Freien Speisen und Getränke verzehrt wird die Begegnung mit Wespen nicht vermeiden können. Grundsätzlich sollte man daher Speisen und Getränke möglichst abdecken, um die Tiere nicht anzulocken. Wespen haben sehr feine „Nasen“ und fühlen sich von Süßem wie Eis oder Pflaumenkuchen ebenso angelockt, wie von Grillfleisch. Darum sollte man im Sommer auch auf allzu starke Parfums verzichten, denn auch davon wird das Interesse der schwarz-gelben Gesellen geweckt. Speisereste oder heruntergefallenes Eis werden darum am besten sofort beseitigt. Bei Ausflügen etwa ins Freibad oder den Freizeitpark sollte man nach Möglichkeit die Nähe von Mülleimern meiden, da sich die Tiere hier besonders gern gütlich tun. Mit Eis oder Ketchup verschmierte kleine Leckermäuler sehen zwar manchmal niedlich aus, im Freien sollten sie aber sofort mit einem feuchten Lappen abgewischt werden. Vorsicht ist besonders bei Getränkedosen geboten. Wespen kriechen gerne in diese hinein, ein unbedachter Schluck kann dann zu gefährlichen Stichen im Mund und Rachen führen. Außerdem sollte man Kinder auf Fallobst- oder besonders dichten Blumenwiesen nach Möglichkeit nicht barfuß laufen lassen, da hier die Gefahr besonders groß ist auf die Insekten zu treten. Und nicht nur Wespen, sondern auch Honigbienen und Hummeln wehren sich mit Stichen.
Erste Hilfe beim Stich
Wespenstiche sind zwar sehr schmerzhaft, in der Regel jedoch harmlos. Beim Stich injiziert die Wespe ein Gift in die Wunde, auf das der Körper mit Brennen, Rötungen und Schwellungen reagiert. Die Symptome können dabei teilweise sehr heftig ausfallen und auch erst nach zwei oder drei Tagen ihren Höhepunkt erreichen. Wie stark die Reaktionen ausfallen, hängt von der Menge des Giftes und der betroffenen Körperregion ab.

Wird ein Kind von einer Wespe gestochen, sollte man zunächst versuchen das Kleine zu beruhigen. Die Stichwunde wird am besten sofort gekühlt, idealerweise mit einem Kühlkissen aus dem Eisfach, zur Not tut es auch ein kalter Lappen. Wespenstachel bleiben nicht in der Haut stecken, die von Bienen jedoch schon. In so einem Fall sollte der Stachel möglichst rasch entfernt werden, damit möglichst wenig Gift in die Wunde gelangt. Zur weiteren Behandlung eignet sich zusätzlich zur grundlegenden Kühlung auch noch eine Salbe oder Gel gegen Insektenstiche.
Das Gift von Wespen, Bienen und Hornissen ist in der Regel selbst bei einer höheren Anzahl von Stichen nicht tödlich. Lebensgefahr nach einer Wespenattacke besteht daher meistens nur durch eine allergische Reaktion auf das Gift oder aber durch einen Stich in die Mund- und Rachenschleimhaut. Bei einer Allergie können die Symptome von leichten Beschwerden wie Übelkeit und Kopfschmerzen bis hin zum lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock reichen. In so einem Fall, der sich oft ziemlich schnell durch ein rasantes Anschwellen der Stichwunde und Atembeschwerden ankündigt, muss unbedingt der Notarzt verständigt werden!
Das Gleiche gilt auch für einen Stich in den Mund oder Rachen, da durch die Schwellung der Stichwunde sehr schnell Erstickungsgefahr droht. Als Sofortmaßnahme kann man das Kind dann Eis lutschen lassen oder einen kalten Verband um den Hals legen, damit die Schwellung zurückgeht. Ein Besuch beim Arzt ist jedoch in so einem Fall unerlässlich!
Foto: © Pavel Korol - Fotolia.com
© Digitalpress - Fotolia.com
© errni - Fotolia.com
© Grischa Georgiew - Fotolia.com
|