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Jucken, Tränen, Nase laufen – wie Kinder durch die Heuschnupfenzeit kommen

 

Rote Augen, dicke Triefnase: Im Frühjahr beginnt für viele Kinder eine echte Leidenszeit. Die Luft ist voller Blüten- und Gräserpollen und darauf reagieren die Kleinen dann mit einem ausgewachsenen Heuschnupfen. Aber was hat es mit dieser Volkskrankheit auf sich und wie kann man den kleinen Jucknasen helfen?

 

 

von Christian Brans-Schreckeneder

 

 

Die Symptome sind immer die selben: Die Nase juckt und läuft, die Augen sind geschwollen und tränen. Mediziner sprechen hier vom sogenannten allergischen Schnupfen. Dabei gibt es zum einen den klassischen saisonal bedingten Heuschnupfen, der durch Pollen von Bäumen, Gräsern, Getreide oder Kräutern ausgelöst wird. Und es gibt den chronischen, allergischen Dauerschnupfen, der auf Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze zurück geht. Dabei kann man ruhig von einer Volkskrankheit sprechen: Mediziner schätzen, dass etwa 10 bis 20% aller Kinder und Jugendlichen unter einem allergischen Schnupfen leiden. Meist zeigt sich der ungebetene Frühlingsgast zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr. Dabei muss es keineswegs nur bei einer juckenden Triefnase bleiben: Weil das Immunsystem durch den Ansturm der Allergieauslösenden Partikel regelrecht überfordert wird, können Heuschnupfen-Erkrankungen bei Kindern auch schon mal mit Kopf- und Gliederschmerzen oder sogar Fieber einhergehen.
Die Abläufe in der Nase ähneln dabei durchaus der normalen Erkältung: Die Nasenschleimhaut schwillt an und entzündet sich, hinzu kommen Juckreiz und vermehrte Schleimbildung. Die Selbstreinigung der Nase ist damit gestört – und die lästigen Pollen oder Katzenhaare bleiben, wo sie sind.

 

 

Birke, Erle oder Milbe? Warum es juckt

 

Heuschnupfen, der durch Pflanzenpollen ausgelöst wird, tritt meistens in den Frühjahrs- und Sommermonaten auf, je nachdem, auf welche Erreger der Patient allergisch reagiert. Mit einem einfachen Test kann der Arzt feststellen, vor welchen Pollen sich der kleine Patient in Acht nehmen sollte: Beim sogenannten Prick-Test werden kleine Mengen einer Lösung mit Allergenen unter die Haut gepiekt. Allergien gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare lassen sich zudem durch Blutuntersuchungen feststellen.

 

Gegen Pollenflug kann man sein Kind im Frühjahr nur schwer schützen: Die wirksamste Methode besteht darin zur Blütezeit eines bekannten Erregers auf allzu ausgedehnte Aktivitäten im Freien zu verzichten und sich zumindest von blühenden Wiesen oder Getreidefeldern fern zu halten. Im Internet kann man sich zudem bei verschiedenen Anbietern, wie dem deutschen Wetterdienst DWD über die aktuelle Pollenfluglage informieren. Den Urlaub plant man am besten in Regionen mit einer geringeren Pollendichte, wie etwa dem Hochgebirge oder an der See.

 

 

Für eine staubfreie Umgebung sorgen

 

Sollte der Arzt bei dem kleinen Patienten eine chronische Allergie, etwa gegen Hausstaubmilben, feststellen sollte man vor allem für eine möglichst staubfreie Umgebung sorgen. Das bedeutet neben erhöhter Sauberkeit durch häufiges Staubsaugen und Wischen zum Beispiel auch den Verzicht auf Teppiche und Vorhänge im Kinderzimmer.
Ein Bett voller plüschiger Kuscheltiere mag zwar gemütlich sein, für kleine Allergiker ist es jedoch definitiv der falsche Schlafplatz. Für die Matratze im Kinderbett gibt es spezielle milbendichte Überzüge.
Experten raten außerdem dazu, in Allergiker-Haushalten auf Haustiere mit Fell zu verzichten. Auch wenn es beim Nachwuchs für manch bittere Träne sorgen wird: Bei einer Allergie gegen Tierhaare müssen leider auch die liebgewonnenen vierbeinigen Freunde aus dem Haus gegeben werden.

 

 

Hilfe für Jucknasen

 

Heuschnupfen und allergischer Dauerschnupfen lassen sich auch mit Medikamenten behandeln: In der Regel wird der Arzt in der Regel abschwellende und antientzündliche Nasensprays oder Augentropfen verschreiben. Die meisten dieser Präparate enthalten Cortison oder ähnliche Wirkstoffe und sollten daher nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden. Bei besonders heftigen Krankheitsverläufen werden zudem Tabletten oder Tropfen mit antiallergischer Wirkung zusätzlich verschrieben.
Außerdem sollte man die Nasenschleimhaut des Kindes durch Nasenspülungen, Kochsalzlösung oder Nasensalbe feucht und geschmeidig halten.
Eine sehr häufig angewandte Methode gegen Heuschnupfen ist die sogenannte Hyposensibilisierung: Dabei soll der kleine Patient durch die regelmäßige Verabreichung kleinster Mengen des allergieauslösenden Stoffes langsam an diesen gewöhnt werden. Die Therapie dauert allerdings mit etwa drei Jahren recht lang und wird in der Regel erst ab dem sechsten Lebensjahr angewendet.

 

 

Links:

 

Pollenflugvorhersage des Deutschen Wetterdienstes:
http://www.dwd.de/pollenflug

 

Homepage der Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind:
http://www.aak.de/index.php?id=1

 

Artikel in der Online-Ausgabe der Ärztezeitung zum Einsatz von Homöopathie bei Heuschnupfen:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/homoeopathie/article/493298/homoeopathie-zaehmt-heuschnupfen.html
 

Foto: © Monika Adamczyk - Fotolia.com

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