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Mit klarem Blick – Augengesundheit bei Kindern

 

ACHTUNG! Die hier gegebenen Tipps ersetzen in keinem Fall eine fachkundige Beratung durch einen Arzt und erst recht keinen Arzt-Besuch! Im Zweifel sollte daher bei Problemen immer der behandelnde Kinderarzt oder aber der Notarzt unter der europaweit einheitlichen Rufnummer 112 verständigt werden!

 

Kinderaugen sind nicht nur unwiderstehlich niedlich sondern auch hochempfindliche Organe. Sehfehler werden bei vielen Kindern oft zu spät erkannt und behandelt, denn meistens merken die kleinen Patienten oft gar nicht, dass etwas nicht stimmt. Dabei können unbehandelte Sehstörungen zu unangenehmen Folgen führen. Kinder haben größere Probleme in der Schule, beim Sport oder im Straßenverkehr. Hinzu kommen Folgesymptome wie Müdigkeit oder Gereiztheit. Hier darum einige Tipps, wie man Augenprobleme bei seinen Kindern erkennt, was man zur Vorsorge unternehmen kann und wie man leichte Erkrankungen auch selbst in den Griff bekommt.

 

von Christian Brans-Schreckeneder

 

 

 

Probleme frühzeitig erkennen und behandeln

 

Zwar wird die Sehfähigkeit eines Kindes auch im Rahmen der U-Untersuchungen insgesamt dreimal überprüft, viele Ärzte raten aber dazu, den Nachwuchs spätesten zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr auch einem Augenarzt vorzustellen. Kinderaugen sind Organe in der Entwicklung. Das kindliche Gehirn neigt dazu, auftretende Sehbehinderungen auszugleichen, so dass den kleinen Patienten ihr Gebrechen gar nicht bewusst wird. Je eher eine Kurz- oder Weitsichtigkeit, ein Schielen oder eine stark abweichende Brechkraft eines Auges erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Chance, dass sich das Sehvermögen natürlich entwickelt. In der Regel werden solche Sehfehler bei Kindern mit einer Brille ausgeglichen. So ein „Nasenfahrrad“ ist bereits für Kleinkinder und sogar Säuglinge möglich. Zwar reagieren viele Kinder auf die Notwendigkeit eine Brille tragen zu müssen erst mal abweisend, aber in diesem Fall genügt oft der Hinweis auf den wahrscheinlich coolsten Brillenträger, der jemals ein Kinderzimmer von innen gesehen hat: Harry Potter, der brillentragende Zauberlehrling aus den Büchern von Joanne K. Rowling.

 

Worauf Eltern achten sollten

 

Viele Sehstörungen erzeugen Symptome, die aufmerksame Eltern auch selbst beobachten können. Kinder, die häufig ihre Augen reiben, unter Gleichgewichts- und Balancestörungen leiden, ohne erkenntlichen Grund stolpern oder ihre Nase zu tief in ein Buch bzw. den Fernseher stecken, leiden oft unter einer unerkannten Fehlsichtigkeit. Bemerken Eltern solche Symptome, sollten sie ihren Nachwuchs so schnell wie möglich einem Augenarzt vorstellen.

 

Hinweise auf eine Fehlsichtigkeit lassen sich auch schon bei Babys bemerken. Sind die Augen häufig entzündet oder tränen stark, ist die Hornhaut eingetrübt oder verfärbt oder haben die Eltern den Eindruck, ihr Kind schielt, sollte ebenfalls der Facharzt aufgesucht werden.

 

Die Sehkraft von Kleinkindern ab etwa dem sechsten Lebensmonat kann man übrigens mit einem einfachen Trick überprüfen. Auf einer Handfläche wird dem Kind eine Süßigkeit oder ein interessantes Spielzeug präsentiert. Greift das Kleine danach, auch wenn ihm ein Auge mit der Hand zugehalten wird, ist alles in Ordnung.

 

Mama, ich hab was im Auge!

 

Diesen Satz werden die meisten Eltern wohl sehr oft im Leben hören. Das Auge ist ein empfindliches Organ, Staubkörnchen oder andere kleine Partikel geraten sehr schnell hinein und sind dann vor allem unangenehm. In der Regel werden die meisten Fremdkörper durch Tränenflüssigkeit wieder hinausgespült, unterstützen kann man diesen Prozess, indem man das Augenlid nach unten zieht und mit einem weichen, sauberen Tuch versucht den Fremdkörper zum Augenwinkel hin auszuwischen.

Grundsätzlich ist aber davon abzuraten allzu viel selber am Auge behandeln zu wollen. Sollte das Auge zum Beispiel durch einen Schlag oder Stoß verletzt worden sein, hilft nur der Weg zum Arzt. Gelangen Flüssigkeiten wie Säuren oder Laugen, wie etwa Reinigungsmittel, ins Auge, muss so schnell wie möglich mit viel Wasser gespült und sofort der Notarzt verständigt werden.

 

Auf Schutz achten

 

Wenn Kinder sich eine Schneeballschlacht liefern oder im Garten heftige Holzschwertduelle ausgetragen werden, kann sprichwörtlich leider immer was ins Auge gehen. Man sollte Kinder daher so früh wie möglich an einen vorsichtigen Umgang mit dem eigenen und natürlich auch fremden Augenlicht anhalten. Dazu gehört zum Beispiel, dass Schneebälle nur auf die Körpermitte geworfen werden dürfen. Ebenfalls frühzeitig sollte man Kinder daran gewöhnen, sich mit schmutzigen und ungewaschenen Händen nach Möglichkeit nicht ins Gesicht zu fahren – auf diese Weise gelangen nämlich schnell Fremdkörper oder Krankheitserreger ins Auge. Besonders wichtig ist auch ein vernünftiger Sonnenschutz. Kinder brauchen bei starkem Sonnenschein eine Sonnenbrille!

 

Wenn es juckt und brennt

 

Eine der häufigsten Erkrankungen des Kinderauges ist die Bindehautentzündung. Man unterscheidet zwischen der sogenannten nicht-infektiösen Bindehautentzündung, die durch Zugluft, starke Sonneneinstrahlung, Chlorwasser im Schwimmbad oder als Folge von anderen Krankheiten oder Allergien auftritt. Die infektiöse Variante wird durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht. Die Ansteckungsmöglichkeiten sind vielfältig, oft treten Bindehautentzündungen auch als Begleiterscheinungen von Grippe oder schweren Erkältungen auf. Bereits Neugeborene können sich bei der Geburt die Krankheit zuziehen. Eine Bindehautentzündung äußert sich meist durch ein unangenehmes Brennen und Jucken, ein Fremdkörpergefühl im Auge, starkes Tränen und gerötete Lieder und Lichtempfindlichkeit.

 

Für die Behandlung von Bindehautentzündungen steht eine Vielzahl an verschiedenen Augentropfen zur Verfügung, wobei es auch eine Reihe von sehr wirksamen pflanzlichen Präparaten gibt. Zu nennen sind vor allem der Augentrost (Euphrasia), die Ringelblume (Calendula) oder Schöllkraut. Meist heilen Bindehautentzündungen mit solchen Hilfsmittel recht schnell von selbst wieder ab, bei schweren Verläufen wird der Arzt aber unter Umständen auch ein Antibiotikum verordnen. Ohnehin sollte man mit dem Nachwuchs auch bei einer leichten Bindehautentzündung im Zweifel immer einen Arzt aufsuchen, alleine schon um andere Ursachen für die typischen Symptome auszuschließen.

 

Ansonsten hilft es, wenn man den kleinen Patienten vor allem vor grellem Licht und Zugluft schützt. Auf Lesen oder Fernsehen haben die Kleinen meist ohnehin keine Lust. Für Ablenkung sorgen Kinderhörspiele und auch ältere Kinder freuen sich bestimmt, wenn Mama ihnen mal wieder etwas vorliest. So dauert es bestimmt nicht lang, bis der Nachwuchs wieder aus beiden Augen vor Lebensfreude strahlt…

 

 

Foto: © Marylin Richter - Fotolia.com

© Swifter - Fotolia.com

© Marina Lohrbach - Fotolia.com

Kommentare zum Artikel:

Melanie aus Sankt Augustin
#2Sonntag, 13.06.10 11:46

 Sehr ausführlich geschrieben! Und man ist wirklich schlauer. Vielen Dank!

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