Schnupfenalarm – die Erkältungswelle rollt
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Sie gehören anscheinend genauso untrennbar zum Herbst, wie Kastanien und buntes Laub: Sobald die Tage kürzer werden haben Husten und Schnupfen Hochkonjunktur. Vor allem Kinder erwischt es in dieser Jahreszeit besonders häufig. Es gibt kaum eine Schulklasse, einen Kindergarten oder eine Krabbelgruppe, wo einem nicht mindestens ein Rotznäschen zur Begrüßung entgegen pustet. Wie man das Risiko einer Infektion möglichst gering hält und was hilft, wenn es die Kleinen doch erwischt hat, erfahrt ihr im folgenden Artikel.
von Christian Brans-Schreckeneder
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Was ist eigentlich eine Erkältung?
Was wir umgangssprachlich Erkältung nennen, ist in der Fachsprache der Mediziner ein sogenannter grippaler Infekt, ausgelöst durch ein Virus. Zu den üblichen Symptomen gehören zunächst Halskratzen- oder Schmerzen, eine akute Entzündung der Nasenschleimhäute – auch Schnupfen genannt – Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit und mitunter auch Fieber. Vor allem kleinere Kinder reagieren bei einer Erkältung häufiger mit einer erhöhten Temperatur.
Mit der Grippe hat eine Erkältung übrigens nichts zu tun, auch wenn beide oft miteinander verwechselt werden. Denn im Gegensatz zur eigentlich harmlosen Erkältung, handelt es sich bei der Grippe um eine ernste Erkrankung, die unter Umständen sogar lebensbedrohlich sein kann.
Da es sich bei der Erkältung um eine Virus-Infektion handelt, hat Kälte mit dem Ausbruch der Krankheit nur indirekt zu tun: Zum einen schätzen die für die Erkältung verantwortlichen Viren-Stämme vor allem nasskaltes Wetter, zum anderen sind durch die kalte Luft die Schleimhäute der Atemwege besonders belastet. Wegen der geringeren Durchblutung sinkt auch die Zahl der Abwehrzellen und bietet den Viren so eine bessere Angriffsfläche. Erkältungen kann man sich aber nicht nur im Winter oder Herbst holen: Kalte Füße durch langes Spielen im Wasser, nasse Badehosen und durchgeschwitzte T-Shirts kühlen den Körper ebenfalls aus und können so ebenfalls zu einer Erkältung führen.
Wie man sich ansteckt
Die beste Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten sind, da sind sich die meisten Kinderärzte einig, viel Bewegung an der frischen Luft, ausgewogenes und vitaminreiches Essen und ausreichend belüftete und nicht zu stark beheizte Räume. Wirklich schützen kann man sein Kind vor einer Erkältung nur bedingt: Im Durchschnitt erkranken Kinder im Vorschulalter bis zu 12 mal im Jahr an einem Erkältungsinfekt, da ihr Immunsystem gegen die meisten Erreger noch nicht genügend Antikörper gebildet hat. Anstecken geht schnell: Vor allem Schulen, Kindergärten oder Tagesgruppen sind mitunter wahre Brutstätten für Infekte. Die Kinder verbringen viel Zeit in engen, oft nur mäßig belüfteten Räumen, haben engen Körperkontakt beim Spielen und Teilen Spielzeug, dass zuvor angehustet oder angeniest worden ist.
Als Eltern ist man gegen solche Faktoren weitgehend machtlos, einige Maßnahmen können aber doch helfen: Dazu gehört neben angemessener und warme Kleidung im Herbst vor allem die Hygiene. Man sollte daher frühzeitig mit dem Nachwuchs die wichtigsten Regeln einüben: Dazu gehört das unbedingte und gründliche Händewaschen, wenn man von auswärts die Wohnung betritt, oder dass man mit einem verschnupften Spielkameraden nicht aus einem Glas oder einer Flasche trinkt. Taschentücher sollten grundsätzlich nur aus Papier sein und dann auch nur einmal benutzt werden. Wer niesen oder Husten muss, sollte dies in die Armbeuge tun, keinesfalls in die Hand. Leider sind ausreichend Seifenspender und fließendes, warmes Wasser an vielen Grundschulen oder anderen Kindereinrichtungen nicht vorhanden. Allerdings wird aufgrund der Warnungen vor der neuen Grippe an vielen Schulen und Kindergärten mittlerweile mehr auf die Hygiene geachtet.
Hilfe für Schnupfnasen
In der Regel kommen die meisten Kinder recht gut mit einer Erkältung zurecht und können die Erreger selbst besiegen. Allerdings dauert der Heilungsprozess etwas länger als bei Erwachsenen, so dass die Kleinen schon mal zwei bis drei Wochen mit dem Infekt zu tun haben. Da es direkte Medikamente gegen die Schnupfen-Erreger nicht gibt, sollte man als Eltern vor allem die Selbstheilungskräfte des Kindes stärken und die Symptome lindern.
Vor allem, wenn neben Triefnase und Halsweh auch noch Fieber im Spiel ist, sollte der Nachwuchs in den nächsten Tagen das Bett hüten. Viel Schlaf, liebevolle Zuwendung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten in Form von Saftschorlen, Tee oder Brühe, sind die bewährtesten Mittel für kleine Triefnasen. Wichtig ist auch die regelmäßige Befeuchtung der Nasenschleimhäute, etwa durch ein Meerwassernasenspray oder Inhalationen mit Salzwasser. Sind die Schleimhäute stark geschwollen, kann man auch milde, abschwellende Nasentropfen verabreichen, etwa vor dem Schlafengehen. Leidet das Kind unter sehr starkem Fieber (über 39 Grad), klagt über starke Schmerzen oder der Zustand bessert sich nicht von selbst nach drei Tagen, ist allerdings ein Besuch beim Arzt zwingend notwendig! In den allermeisten Fällen dauert es aber nicht lange, und die kleinen Patienten toben wieder draußen herum – bis zur nächsten Erkältung.
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